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Wann sollte ein Chef eingreifen?

Das eigene Team
Normalerweise wissen sich Mitarbeiter zu benehmen, man ist schließlich erwachsen. Aber niemand ist vollkommen, und so kann es das eine oder andere Mal zu einem Zwischenfall kommen. Das ist an sich nicht schlimm – sofern man sich in der Folge richtig verhält.

Sollte dem Mitarbeiter eine falsche bzw. für Ihre Seite ungünstig Aussage entschlüpfen, stutzen Sie ihn nicht vor aller Augen zurecht. Das trifft nicht nur den Mitarbeiter, auch die anderen Anwesenden (z.B. Geschäftspartner, Kunden) haben ein ungutes Gefühl. Vom Gedanken „Unter dem möchte ich auch nicht arbeiten“ zu „mit dem möchte ich nicht zusammenarbeiten“ ist es unter Umständen gar nicht so weit. Versuchen Sie lieber, die Aussage zu relativieren („Das ist nicht ganz so wie Herr X das gerade ausgeführt hat…“).

Einen Mitarbeiter, der sich in Rage redet, sollten Sie unbedingt unterbrechen bzw. stoppen, bevor er noch mehr Schaden anrichtet. Wenn Sie nur untätig daneben stehen, wird Ihre Führungskompetenz angezweifelt werden. Bleiben Sie dabei ruhig und versuchen Sie, möglichst schnell einen Kompromiss zu finden oder das Thema zu vertagen. Entschuldigen Sie sich in einem persönlichen Gespräch für den Mitarbeiter (v.a. falls dieser das nicht selbst tut) und zeigen Sie Verständnis für die Situation der Anderen.

In jedem Fall sollten Sie sich die Zeit nehmen, um mit dem Mitarbeiter anschließend über die Situation sprechen und die Beweggründe beider Seiten auf den Tisch bringen.

Dem Kunden gegenüber
Es gibt auch Situationen, in denen es nicht an den eigenen Leuten, sondern an der „anderen Seite“ liegt: Kunden, die sich nur vom Geschäftsführer etwas sagen lassen (aus welchen Gründen auch immer). Stellen Sie sich hinter Ihre Mitarbeiter und werden Sie aktiv. Ein Herabspielen der Lage („Ist doch eh alles Tiptop.“) oder ein weiterer unproduktiver Versuch („Schreiben Sie doch nochmal ein E-Mail.“) frustriert und kostet im besten Falle Zeit – im schlechtesten einen guten Mitarbeiter.

ZCOPE Support am 5. Mai 2009 - 10:02 Uhr

Gastbeiträge auf dem ZCOPE Blog

Neben unseren „Veteranen“ Stefan Hagen und Patrick Fritz werden wir zukünftig immer mal wieder einzelne Artikel von Personen veröffentlichen, die in irgendeiner Form an Projekten beteiligt sind: bei uns sollen alle Stakeholder zu Wort kommen. Den Anfang machte Christian Gaisberger, der in seiner Funktion als Entwickler seit zehn Jahren an einer Vielzahl an Projekten beteiligt war und ist.

ZCOPE Support am 15. April 2009 - 7:52 Uhr

10 Wege, einen guten Software-Entwickler zu vertreiben

Das ist ein Gastbeitrag von Christian Gaisberger, seit 10 Jahren Entwickler für Webanwendungen. Er führt Projekte für Großunternehmen aus verschiedenen Branchen durch und wechselt nicht nur im Rahmen seines Studiums immer wieder einmal auf die Seite des Projektmanagers.

1 Bezeichne den Prototyp, an dem er vier Wochen gearbeitet hat, ohne weitere Diskussion als völlig unbrauchbar und gib das Projekt heimlich an einen seiner Teamkollegen weiter.
Besonders effektiv ist diese Maßnahme, wenn beide zusätzlich noch gut befreundet sind.

2 Zermürbe ihn mit Anforderungsänderungen bis er jede Eigeninitiative aufgibt. Danach lasse ihn mit einem Projekt ohne jede Spezifikation völlig alleine zurechtkommen.

3 Antworte auf jedes seiner Probleme mit „Du schaffst das schon!“ oder mit „Es läuft doch alles super!“. Das gibt ihm das Gefühl, dass alle seine Probleme unwichtig sind und er
nichts weiter als ein Querulant und Schwächling ist – ohne dass Du als demotivierend bezeichnet werden kannst.

4 Negiere bereits gegebene schriftliche Anweisungen, behaupte ursprünglich das Gegenteil angeordnet zu haben und bezichtige ihn der plumpen Fälschung. Softwareentwickler sind ja schließlich fachlich in der Lage E‐Mails zu fälschen.

5 Setze ihm einen halb so alten Berufsoptimisten als Teamleiter vor die Nase, obwohl er eigentlich die Position schon längst verdient hätte und wiederholt übergangen wurde. Bitte ihn für die Maßnahme mit hochrotem Kopf und einem verlegenen Gesicht um Verständnis. Das wird ihm ein schlechtes Gewissen verpassen und er wird sich fragen, wieso er überhaupt nur dran denken konnte, diesen unverdienten Posten an sich zu reißen.

6 Gib ihm ein herausforderndes Projekt, damit er sich als Projektleiter beweisen kann. Hängt er sich dann voll rein, nimm es ihm nach zwei Wochen ohne Vorwarnung mit der
Begründung wieder weg, er sei ohnehin nur die Urlaubsvertretung gewesen.

7 Bestehe darauf, dass das neue Content Management System auf den Sharepoint Server installiert wird, obwohl er wiederholt davor gewarnt hat. Wenn es schief geht, beschwere Dich, warum er nicht gleich davor gewarnt hat.

8 Beschneide sein Budget für einen Ersatz für den aus dem letzten Loch pfeifenden Mailserver, den er seit einem Jahr verlangt. Mit dem Geld veranstaltest du stattdessen eine Eröffnungsparty für eine neue Niederlassung, auf die dann kein Mensch kommt, weil der Ort auf den Plakaten fehlt. Vergiss nicht, die Party als Riesenerfolg schön zu reden.
Wenn der Mailserver schließlich dann doch zusammenkracht, gib ihm die alleinige Schuld. Nach einem Jahr feuere alle Mitarbeiter und schließe die Niederlassung.

9 Gib ihm den Auftrag, ein Web‐Formular nicht als Pop-up zu gestalten. Warte eine Woche. Ändere Deine Anweisung auf „Pop-up“. Warte wieder eine Woche. Ändere Deine
Meinung wieder auf „Nicht Pop-up“. Ist er ein alter Hase, kennt er das Spiel bereits und wird erst jetzt mit der Umsetzung beginnen. Warte wiederum eine Woche. Ändere Deine
Anweisung abermals. Mach‘ ihn zur Schnecke, weil das Formular nicht Deinen Vorstellungen entspricht. Besonders wirkungsvoll ist dies bei Anfängern, die sind nämlich noch formbar.

10 Wenn obige Maßnahmen Erfolg hatten und der Entwickler kündigt, schenke ihm bei seiner Abschiedsfeier nichts. Schließlich soll man ihn für sein illoyales Verhalten dem
Unternehmen gegenüber nicht auch noch belohnen. Auch wenn er vielleicht einige Jahre dabei war und die Abschiedsgeschenke für die früheren Kollegen organisiert hat.

ZCOPE Support am 23. März 2009 - 8:46 Uhr
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